Talgdrüsen halten die Haut geschmeidig - wie eingecremt!

Fettige Haut verstehen - Geschmeidig bleiben!

Talg schützt die Haut

Unsere Haut ist in ständigem Kontakt mit der Umwelt. Dazu gehören Wettereinflüsse an den „offenen“ Körperteilen wie Wind, Kälte und Wasser. Aber auch Kontakte mit Textilien und den darin enthaltenen Rückständen von Chemikalien aus der Produktion oder von Waschmitteln und Weichspülern belasten unsere Haut.

Würde die Haut nicht durch geeignete Fette geschmeidig gehalten werden, so würde sie ähnlich wie ein alter, ungepflegter Lederschuh mit der Zeit spröde, rau und rissig werden. Sie könnte uns dann nicht mehr beschützen.

Damit die Haut ihre Schutzfunktion gegenüber der Umwelt erhalten kann, hat die Natur ein eigenes „Befettungssystem“ vorgesehen. Über unzählige Talgdrüsen wird permanent ein körpereigenes Fett – Talg oder Sebum genannt – abgegeben, um die Haut geschmeidig zu halten. Talg besteht im Wesentlichen aus Ölen (man spricht von Mono-, Di- und Triglyceriden), freien Fettsäuren und anderen, für die Funktionsweise der Hautbarriere wichtigen Lipiden. (Über den Aufbau der Hautbarriere informiert unser Eintrag „Das Ziegel-Mörtel-Modell“.) Der Talg ist so zusammen gesetzt, dass er hilft, das saure Milieu auf der Oberfläche der Haut zu erhalten. Das ist wichtig, damit die gesunde Hautflora gestärkt wird, die uns vor dem Eindringen schädlicher Keime effektiv schützt.

Talgdrüsen in der T-Zone

Im Gesicht befinden sich besonders viele Talgdrüsen in der T-Zone, also auf der Stirn, entlang der Nase und am Kinn. Kommt es zu einer erhöhten Talgproduktion, so zeigen sich dann auch genau in diesen Partien glänzende, ölige Stellen. Die Gründe, warum zu viel Talg gebildet wird, sind vielfältig und können einfach in den Genen liegen. Häufiger sind es jedoch hormonelle Veränderungen im Laufe des Lebens, die für die erhöhte Sebumproduktion verantwortlich sind.

Problem Verhornung

Die übermäßige Produktion von Hautfett an sich stellt noch keine krankhafte Veränderung dar. Der rein kosmetische Aspekt einer zu stark glänzenden Haut lässt sich mit mattierenden Produkten in den Griff kriegen. Problematisch wird es jedoch dann, wenn noch eine sogenannte Verhornungsstörung vorliegt. Von "Verhornung" spricht man, wenn sich die oberste Schicht der Hautschuppen nicht rechtzeitig löst. Dadurch entsteht durch die ständig aus den tieferen Hautschichten heraus nachrückenden Zellen eine Art „Stau“. Die Haut verdichtet sich, und das Hautfett kann nicht mehr richtig abfließen, es entstehen Unterlagerungen und Mitesser. Im Bereich der Talgdrüsenausgänge führt die Verhornung zu einer Porenvergrößerung, Keime können von außen eindringen und es besteht die Gefahr von Entzündungen bis hin zur großflächigen Akne.

Manchmal ist eine fettige Haut – so paradox sich das anhören mag – in Wirklichkeit zu trocken. Die übermäßige Talgproduktion ist dann eine Art „Selbsthilfe“, mit der die Haut versucht, sich selbst zu helfen. Die hauteigenen Lipid sollen helfen, die Hautbarriere wieder zu schließen, um so einem zu hohen Feuchtigkeitsverlust beizukommen. Wie ausführlich im Kapitel "trockene Haut verstehen" beschrieben, funktioniert dies bei trockener Haut jedoch nicht, sodass ein Teufelskreis aus zu viel Talg und immer trockener Haut entsteht.

Die richtige Pflege für fettige Haut

Die passende Reinigung ist das A und O bei fettiger Haut! Auf keinen Fall dürfen „scharfe“, die Haut auslaugende oder gar sogenannte Anti-Pickel-Produkte zum Einsatz kommen. Wichtig ist eine sanfte, die Hautbarriere unterstützende Reinigung, die sanft rückfettet, um nicht die übermäßige Talgproduktion gleich wieder anzukurbeln. Milde Waschgele, die Linol- und Ölsäure – beide sind natürlicherweise ein wesentlicher Bestandteil von Sonnenblumenöl – enthalten, sind besonders geeignet. Diese beiden Fettsäuren wirken „fluidisierend“, d.h. sie erleichtern den Sebumabfluss besonders im Bereich der Talgdrüsen und beugen so Unreinheiten und Entzündungen von Pickeln vor. Auch Kaolin – die weiße Tonerde – kann mit ihren fett- und feuchtigkeitsausgleichenden Eigenschaften die Pflege fettiger Haut bestens unterstützen, beispielsweise zusätzlich zur täglichen Pflegeroutine ein- bis zweimal pro Woche als Maske.

Wenn Störungen der Hautbarriere oder der Verhornung durch die richtige Pflege abgeklungen sind, so wird auch die zu „zu viel Fett“ neigende Haut rein und schön! Vielleicht glänzt sie manchmal mehr, als man möchte, aber sie altert langsamer und zeigt erst später und generell weniger Falten – das ist doch toll, oder?

 

 

 

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