Schütze den Hydro-Lipid-Film deiner Haut!

Schütze den Hydro-Lipid-Film deiner Haut!

Was ist der Hydro-Lipid-Film?

Der Hydro-Lipid-Film ist eine unsichtbare Schicht als äußerster Abschluss der natürlichen Hautbarriere.  Es handelt sich um eine Emulsion aus wässriger Phase und Lipiden. Die wässrige Phase wird aus Bestandteilen des Schweißes gebildet und enthält neben Wasser die sogenannten natürlichen Feuchthaltefaktoren. Der lipide Anteil besteht aus Ceramiden, Cholesterinen und Fettsäuren und wird hauptsächlich aus Talg (oder Sebum), das durch die Talgdrüsen abgegeben wird, gebildet.

Der Hydro-Lipid-Film ist ein wichtiger Bestandteil der natürlichen Hautbarriere. Er schützt deine Haut vor Umwelteinflüssen, verhindert Austrocknen durch übermäßigen Wasserverlust und stellt eine natürliche Barriere gegen eindringende Keime und Bakterien dar.

Warum ein intakter Hydro-Lipid-Film so wichtig ist

Der Hydro-Lipid-Film wird oft auch als Säureschutzmantel bezeichnet, weil er einen mittleren pH-Wert von etwa 5,5 aufweist. Dabei variiert der pH-Wert je nach Körperregion und Alter – tendenziell wird er mit der Zeit basischer (steigt also an), was auch die typischen Probleme von zunehmender Trockenheit und Empfindlichkeit gegenüber Umwelteinflüssen erklärt.

Futter für die Viecher 😋

Der Hydro-Lipid-Film ist die Lebensgrundlage der gesunden Bakterienbesiedelung – unseres menschlichen Hautmikrobioms. Dieses Mikrobiom steht mit fremden und potenziell krankmachenden Keimen, die von außen eindringen wollen, in Nahrungskonkurrenz: Ist der Nährstofffilm mit den guten Mikroorganismen gesättigt, dann ist sozusagen an der Theke kein Platz mehr und fremde Keime können nicht haften bleiben und sich vermehren - gut so!

Wenn der Hydro-Lipid-Film löchrig wird ...

Eine junge, gesunde Haut kann den Hydro-Lipid-Film ständig selbst regenerieren, indem Talg und Schweiß durch hauteigenen Enzyme und Emulgatoren zu einem geschmeidigen Film vereint werden.

Mit dem Alter lassen jedoch allgemein die Enzymaktivität wie auch die Bildung mancher körpereigenen Substanzen (Lipide, Kollagen, ...) nach. Dadurch kann es dazu kommen, dass der Hydro-Lipid-Film nicht mehr als vollständiger Schutz deiner Haut zur Verfügung steht, sondern sozusagen Löcher bekommt. Problem: Dadurch steigt der transepidermale Wasserverlust (transepidermal water loss, TWL) und die Haut wird trockener. Außerdem können durch die entstandenen Lücken fremde, eventuell hautschädigende Keime eindringen und zu Entzündungen, Irritationen und Pickeln führen.

Die Fettsäuren: Wichtiger Bestandteil des Hydro-Lipid-Films

Viele verschiedene Fettsäuren sind Bestandteil des natürlichen Hydro-Lipid-Films. Zu Ihnen gehört z.B. die Linolsäure, eine essentielle Omega-6-Fettsäure. "Essentiell" bedeutet: Sie kann vom Körper nicht selbst hergestellt, muss also von außen zugeführt werden. Andererseits ist sie Basis für die Synthese weiterer Fettsäuren (siehe Torte).

Zusammensetzung der Fettsäuren im Hydro-Lipid-Film der Haut
Fettsäuren im menschlichen Hydro-Lipid-Film. Gelb: gesättigte Fettsäuren, grün: 1-fach ungesättigt, blau: mehrfach ungesättigt. Nach [1]

Aufgabe der Fettsäuren beim Hautschutz

Die Linolsäure wirkt wie alle Omega-6-Fettsäuren effektiv entzündungshemmend und hilft auch bei irritierter, geröteter Haut. Sie ist ein wichtiger Baustein der Ceramide und trägt damit zum Erhalt und zur Regeneration der Hautbarriere bei. Auch Akne-geplagte Haut profitiert von linolsäurehaltiger Kosmetik, da Linolsäure die Auflösung von Verhornungsstörungen beschleunigt [2]. Wir finden sie in großen Anteilen unter anderem in Sonnenblumen-, Sesam- und Arganöl.

Übrigens: Ernährungsempfehlungen zum Verhältnis von Omega-3- und Omega-6-Säuren haben für die Hautpflege keine Bedeutung [3]. 

Natürlicher Schutz: Warum deine Haut Naturkosmetik liebt

Alle anderen Fettsäuren, die sich im Hydro-Lipid-Film unserer Haut befinden, kann der Körper grundsätzlich selbst herstellen. Problem: Mit dem Alter nimmt die erforderliche Enzymaktivität ab und wichtige Bestandteile des Barriereschutzes werden nicht mehr ausreichend produziert. Die gute Nachricht: Wir können mit Kosmetik auf Pflanzenölbasis alle benötigten Fettsäuren auch von außen auf (und in) die Haut bringen!

Neben der schon genannten Linolsäure, die u.a. in Sonnenblumen-, Sesam- und Arganöl enthalten ist, finden wir
  • Ölsäure in großen Anteilen in Aprikosenkern-, Mandel- und Avocadoöl,
  • Palmitinsäure in Kokos-, Argan-, Sesamöl,
  • Stearinsäure in Kakao- und Sheabutter,
  • Behensäure in Raps- und Erdnussöl,
  • Palmitoleinsäure in Macadamianuss- und Avocadoöl,
  • Eicosansäure in Jojobaöl,
  • Myristinsäure in Kokosöl.
Übrigens: Es müssen nicht immer die "exotischsten" Pflanzenöle sein! Bereits die Sonnenblume, die bei uns heimisch ist und in BIO-Qualität angebaut wird, liefert mit ihrem Öl viel wertvolle Bestandteile für die Hautpflege! Jetzt weißt du, warum Naturkosmetik so viel besser für deine Haut ist, als konventionelle, mineralölbasierte Kosmetik 👍🌻

Fazit

Der Hydro-Lipid-Film ist Bestandteil der Hautbarriere und erfüllt zwei wichtige Aufgaben zum Erhalt einer gesunden Haut und eines guten Hautgefühls:

  • Der auch Säureschutzmantel genannte Film bildet die Grundlage für unsere natürliche Hautflora. Dieses Mikrobiom schützt uns effektiv vor krankmachenden Keimen.
  • Die im Hydro-Lipid-Film enthaltenen natürlichen Feuchthaltefaktoren verhindern übermäßigen Wasserverlust (TEWL) und schützen unsere Haut vor dem Austrocknen.

Um die mit dem Alter nachlassende Bildung wichtiger Bestandteile des Hydro-Lipid-Films zu kompensieren, kann man mit auf den Hauttyp abgestimmter Naturkosmetik essenzielle und natürlich vorkommende Fettsäuren ganz einfach mit der Pflegeroutine zuführen😊.

Literatur:

  1. Sophie Knox, Niamh M. O’Boyle: Skin lipids in health and disease: A review. Chemistry and Physics of Lipids, 236 (2021) 105055
  2. Lautenschläger, H.: Essenzielle Fettsäuren - Kosmetik von innen
    und außen Beauty Forum 2003 (4), 54-56
  3. Lautenschläger, H.: Ressourcen der Natur - Pflanzliche Öle im
    Rahmen der Hautpflege. Kosmetik International 2019 (4), 30-33
Zurück zum Blog

Hinterlasse einen Kommentar